Von Bozen nach Seis

Dienstag, 16. August

Vorgezogene Etappe

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1h

Das geplante, aber nicht genau eingehaltene Teilstück von Bozen nach Seis

Aus verschiedenen Gründen haben wir die erste Etappe vorgezogen und sind am 16. August um 10 Uhr am Waltherplatz in Bozen gestartet. Unsere Tochter Stefanie und unser Sohn Michael haben uns auf diesem Teilstück begleitet. Zunächst folgten wir dem Radweg entlang des Eisacks nach Kardaun und weiter nach Blumau, einer Fraktion der Gemeinden Karneid und Völs am Schlern. Von dort ging es bergauf zum Gemoanerhof, zuerst auf der Landesstraße und nach einem halben Kilometer auf einem recht steilen Wanderweg. Der Hof liegt am Oachner Höfeweg, auf welchem wir weiter nach Prösels mit seinem bekannten Schloss gewandert sind. Hier entschlossen wir uns, nicht wie urspünglich geplant nach Völs, sondern über Ums zum Völser Weiher zu wandern um dort einen erfrischenden „Schwottler“ zu machen. Nach einer Stunde Aufenthalt ging es auf einem angenehm schattigen Waldweg nach Salegg und schließlich nach Seis zum Etappenziel.

Auf meiner Garminuhr registrierte ich eine Distanz von 26 Kilometern bei einer positiven Höhendifferenz von 1000 m und einer negativen von 250 m. Wir waren 7 Stunden und 20 Minuten unterwegs, davon 6 Stunden und 10 Minuten in Bewegung. Laut dem Kalorienrechner auf der Website „Schöneres Wandern“ habe ich dabei 2500 und Erika 2200 kcal verbraucht.

Ab dem 22. August wollen wir die restlichen Etappen in Angriff nehmen.

 

Von Seis nach St. Magdalena/Villnöss

Montag, 22. August

Ein herrlicher Tag

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2h

Nach einer kurzen Busfahrt traten wir um 10 Uhr in Seis die zweite Etappe unserer Fernwanderung an. Der erste Abschnitt führte uns am Kirchlein St. Valentin und an Kastelruth vorbei zum Panider Sattel. Von dort ging es bergab ins Grödnertal, genauer gesagt nach Runggaditsch und St. Ulrich, wo wir auf dem schön gestalteten Hauptplatz eine kurze Rast einlegten. Beim Aufstieg zum Brogles Sattel waren dann fast 1000 Höhenmeter zu überwinden. Während wir wohl die einzigen waren, die hinaufstiegen, begegneten uns ganze Horden, die mit der Seilbahn hochgefahren waren um dann vermeintlich bequem ins Tal abzusteigen.
Unser Abstieg nach Villnöss, der Abschluss der zweiten Etappe, fiel uns nicht so schwer wie die Quartiersuche. „Alles ausgebucht!“ mussten wir öfters hören, bis uns endlich die Wirtin vom Gasthof Fermeda, einem sehr netten, klassischen Betrieb aus den 60iger Jahren, Unterkunft anbot.

 

Laut Garminuhr waren wir etwas über 8 Stunden unterwegs, davon 7:40 in Bewegung. Wir bewältigten 29 km bei 1500 m im Aufstieg und 1300 m im Abstieg.

Der Kalorienverbrauch lag bei 3400 kcal (Luis) und 2800 kcal (Erika)

Bilder des Tages

 

Von St. Magdalena nach Mareo/Enneberg

Dienstag 23. August

Übers Würzjoch ins Ladinische

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1h

 

Am Gasthof Fermeda, einem traditionellen Dorfgasthaus mit freundlicher Wirtin, brachen wir auf zum Würzjoch, zuerst auf einem Forstweg, dann auf der motorraddurchratterten Passstraße und zuletzt auf einem Wanderweg durch Wald und schöne Almwiesen. Wir begegneten einem freundlichen Paar aus Hessen, mit dem wir über die zunehmende Kommerzialisierung der Dolomitengebiete insbesonders der Seiser Alm diskutierten.

Vom Würzjoch gings abwärts nach Antermoi und auf der Straße nach Welschellen, sowie auf einer teilweise verwachsenen Forststraße nach Zwischenwasser. Von dort wanderten wir der Landesstraße entlang zum Etappenziel Mareo/Enneberg, ein Ort der praktisch nur mehr aus Hotels, Geschäften, Skiverleihs und Aufstiegsanlagen besteht und seelenlos wirkt. Mit Mühe fanden wir eine Unterkunft im Keller des Garni Iosc.

Auf dieser Etappe mit 27,5 km Länge waren wir 7 3/4 Stunden (6 3/4 reine Gehzeit) unterwegs schafften dabei 1100 m Aufstieg, 1200 Abstieg und verbrauchten dabei 2800 (Luis), 2400 kcal (Erika)

Bilder des Tages:

Von Mareo/Enneberg zum Antholzer See

Mittwoch, 24. August

Ein mühevoller Tag

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4h

So hatten wir uns das nicht vorgestellt: Aus den geplanten 32 km Etappenlänge wurden 39 km. Bis Niederrasen lief alles nach Plan, im Antholzertal wurden wir auf Biotop-Pfaden „fehlgeleitet“ und mussten einige Umwege mit vielen Auf und Abs in Kauf nehmen. Nach fast 11 Stunden Wanderzeit (10 Stunden in Bewegung) kamen wir gegen 20 Uhr bei der Enzianhütte, unserem Nachtquartier an.

Tagesleistung:

39 km, 1500 m im Aufstieg, 1000 m im Abstieg in 11 Stunden Gesamtzeit bei einem Energieverbrauch von 4000 bzw 3400 kcal

Bilder des Tages


Vom Antholzer See ins Defereggental

Donnerstag, 25. August

Ein freundliches Tal

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5h

Nicht ganz zufrieden mit der Bewirtung in der Enzianhütte (die Betreuung oberflächlich, das Frühstück minimalistisch, der Preis unangemessen hoch)  verließen wir den Antholzer See und stiegen hoch zum Staller Sattel. Kein besonders schöner Anblick: hunderte Autos im Stau vor der Abfahrt (Einbahnregelung), knatternde Motorräder in Handys schreiende Touristen, fotografierende Japaner, wie es eben zugeht auf  einem Passübergang den man „gemacht“ haben muss.

Wie wohltuend präsentierte sich da das Defereggental, in das wir auf einem bequemen Wanderweg hinabstiegen:

Intakte Landschaft, gepflegte alte Bauernhöfe und besonders freundliche und hilfsbereite Leut. Ganz besonders erwähnen wollen wir in diesem Zusammenhang die liebe Karina im Infobüro von St. Jakob; sie ist ein wahrer Goldschatz nicht nur für den Tourismusverein Defereggen.

Anfänglich auf einem Promenadenweg, dann auf der Landstraße durchwanderten wir das Tal und kamen schließlich gegen 18 Uhr 30 in Hopfgarten beim Dorfwirt an und fanden dort unser Nachtquartier.

Tagesleistung

32,4 km, 520 m Anstieg, 1100 m Abstieg, Energieleistung 2700 bzw. 2300 kcal

Bilder des Tages:

Von Hopfgarten nach Kals am Großglockner

 Freitag, 26. August

Fast nur Asphalt

1seis

1h

Eine eher gemütliche Etappe hatten wir vor uns, als wir um 9:30 Uhr den Dorfwirt verließen und auf der Landesstraße hinab nach Huben wanderten. Auf diesem Abschnitt mussten wir auch eine etwa 1 km lange Galerie durchqueren.

Ab Huben ging es dann weiter auf der Landesstraße nach Kals, vorbei am Weiler Oberpeischlach und am beeindruckenden Naturdenkmal Schleierwasserfall.

Wir kamen gegen halb 3 in Kals an und fanden gute und preiswerte Unterkunft im Wurlerhof im Großdorf. Mit einem hervorragenden Abendessen im Restaurant Gamsalm belohnten wir uns für die Tagesleistung.

Wir bewältigten eine 20 km lage Asphaltstrecke mit 620 m Anstieg und 420 m Abstieg in 4:20 Stunden Gehzeit (Gesamtzeit ca. 5 Stunden). Dabei verbrauchten wir 1800 kcal (Luis) und 1500 kcal (Erika).

 

Von Kals am Großglockner zum Enzinger Boden

Samstag,  27. August

Zwei Umweltwelten

 

1h

 

Als wir am Morgen von unserer Unterkunftspension Wurlerhof im Großdorf von Kals starteten, ahnten wir nicht, welche Gegensätze sich im Hochgebirge zeigen:

Wir waren begeistert vom wunderschönen oberen Kalsertal im Nationalpark Hohe Tauern mit der phantastischen Daberklamm und dem herrlichen Dorfersee. Aber nach dem Passieren des höchsten Punkt unserer Fernwanderung, dem 2515 m hohen Kalser Tauern, schockierte uns die absolute Vermarktung eines Gebirgstales: Wir sahen Stauseen, Kraftwerke, Aufstiegs- und Beschneiungsanlagen, Hochspannungsleitungen, kurzum alles was eine Landschaft zerstören kann. Aber anscheinend gefällt es den Einheimischen, weil sie in Massen eben diese, nicht die andere Seite des Bergkammes besiedeln (Bequemlichkeit geht halt über alles).

Mit etwas Glück fanden wir noch eine Nächtigungsmöglichkeit im Gasthof Paletti am umweltmäßig arg gebeutelten Enzinger Boden.

Streckenlänge: 28 km

Höhenmeter: +1600 -1500

Kalorienverbrauch: 3300 (Luis) 2800 (Erika)

 

Vom Enzinger Boden zum Zellersee

Sonntag, 28. August

Durch den Pinzgau

1h

 

Gegen 9 Uhr verließen wir den mit technischen Einrichtungen, Parkplätzen und hässlichen geradezu verwüsteten Enzingerboden und stiegen auf einem verwachsenen Wanderweg durch eine Schlucht, dann auf Asphaltstraße hinunter in den Pinzgau nach Uttendorf. Nach kurzer Rast gings weiter nach Steindorf, Piesendorf und schließlich Schüttdorf am Zellersee. Dabei kamen wir schneller weiter als die vielen PKWs, die wegen einer Triathlonveranstaltung in Zell am See im Stau standen oder nur im Kriechtempo vorwärts kamen.

Nachtquartier bezogen wir im Pinzgauerhof, ein sehr gutes Hotel mit genauso gutem Restaurant.

Tagesleistung:

33 km bei 820 m im Abstieg und 120 m im Aufstieg. Kalorienverbrauch: 2400 bzw. 2000 kcal.

Bilder des Tages

 

Vom Zellersee nach Schwarzach im Pongau

Montag, 29. August

Vom Gewitter überrascht

1h

Weil der Himmel wolkenbehangen war, begann die Etappe vom Zellersee nach Schwarzach angenehm kühl. Die Wanderung durch das landwirtschaftlich geprägte Tal der Salzach machte uns richtig Spaß. Ein heuarbeitender Altbauer schüttelte nur ungläubig den Kopf, als wir ihm weismachten, dass wir auf dem Weg nach Wien sind. Eine riesige Baustelle weckte unsere Neugier und auf Nachfrage erfuhren wir, dass eine weitere Staustufe der Salzach gebaut wird.

Unser Weg führte uns weiter durch die schönen Ortschaften Högmoos und Taxenbach. Nach einer kleinen Rast in letzteren marschierten wir weiter Richtung Schwarzach. Aber nicht lange: Ein Gewitter überraschte uns und der Regen begleitete uns im weiteren Tagesverlauf. Eine Mure unterhalb von Lend versperrte die Straße, wurde aber prompt von der Straßenmeisterei weggeräumt. In der Salzach konnten wir 2 Raftingboote verfolgen. Gegen Ende der Etappe mussten wir einen nicht eingeplanten Auf- und Abstieg in Kauf nehmen, weil eine alte Brücke gesperrt ist.

Nicht besonders gute Unterkunft (unfreundlicher Empfang, nicht gut ausgestattetes Zimmer und schlechte Verpflegung) fanden wir im Hotel Post in Schwarzach.

Unsere Tagesleistung:

37 km, 320 m Aufstieg, 470 m Abstieg, 2800 bzw. 2400 kcal.

 

 

Von Schwarzach nach Niedernfritz

 

Dienstag, 30. August

Nette und hilfsbereite Begegnungen

Unzufrieden mit unserem Hotel verließen wir Schwarzach und machten uns auf den Weg nach Niedernfritz. An St. Johann im Pongau vorbei wanderten wir auf dem Tauernradweg Richtung Bischofshofen. Vor dieser Stadt stießen wir auf ein Radfahrerpaar, das uns schon zweimal überholt hatte. Das Paar aus Völklabruck war auf dem Weg nach Braunau und versorgte uns netterweise mit Fußpflegemitteln und guten Tips für unsere Weiterreise. In Bischofshofen mussten wir im Kaufhaus Wasser besorgen, da wir im ganzen Ort keinen Brunnen fanden. Nach Bischofshofen nahmen wir, nicht wie geplant den Weg über den Berg, sondern gingen, immer der Landstraße entlang hinauf nach Hüttau und schließlich nach Niedernfritz, wo wir verzweifelt (der einzige Wirt hatte Ruhetag) uns um ein Nachtquartier bemühten. Ist die Not am größten ist Sepps Hilfe am nächsten: Wir trafen auf diesen äußerst hilfsbereiten Mann, der gerade seine schönen Hühner fütterte. Er beriet uns nicht nur bei unserer Quartiersuche, sondern fuhr uns flugs hinauf zum Alpenhotel Hochkönigblick, die beste Unterkunft, die wir uns wünschen konnten. Herzlichen Dank lieber Sepp!

Unsere Tagesleistung:

30,5 km, 370m Aufstieg, 200m Abstieg, Energieleistung 2300 bzw. 2.000 kcal.

Bilder des Tages

 

Von Niedernfritz nach Rußbach

Mittwoch, 31. August

Kastelruther (Spatzen) Überraschung

Der Wirt vom Alpenhotel Hochkönigblick, unserem lobenswertem Nachtquartier, brachte uns in seinem Auto nach Niedernfritz, wo wir um 9 Uhr zur elften Etappe unserer Fernwanderung aufbrachen. Auf der Landesstraße gings zuerst hinauf nach St. Martin am Tennengebirge und dann hinab ins Lammertal nach Lungötz und Annaberg. Bei unserer kurzen Rast in Annaberg lernten wir zwei auf Wanderschaft befindlichen Flachlandtirolerinnen aus Holland kennen, die sich angesichts der Werbeplakate der FPÖ als die wirklich Freiheitlichen bezeichneten. Dem konnten wir nur zustimmen, weil man sich auf längerer Wanderschaft wirklich frei fühlt.

Ab Annaberg ging es wieder aufwärts in Richtung Edtalm. Ein irreführender Wegweiser führte uns zu einem Bauernhof, wo uns zuerst zwei bellende Hunde entgegen kamen und dann eine Frau, die uns mit ihren Gesten auf unseren falschen Weg hinwies. An unseren Fragen erkannte sie sofort, dass wir Südtiroler aus der Kastelruther Gegend sind und hatte uns gleich Wichtiges mitzuteilen. „Ich habe einen Kastelruther hier, einen auf Umwegen sehr bekannten! Es ist nämlich der Enkel des Leaders der Kastelruther Spatzen, Norbert Rier!“ „Wie denn das?“ wollten wir wissen. „Das werd ich euch gleich erzählen bei einem Glas Bier. Noah, komm und lass dich anschauen, da sind Leute aus Südtirol!“ Dann lüftete sie das Geheimnis um den Norbert-Rier-Enkel: „Der Noah ist der Sohn von meiner Tochter und Alexander, dem Sohn von Norbert Rier.“ Der nette Junge gleicht „wia oargschnittn“ seinem Opa, von dem er auch ein Pony geschenkt bekam, das er uns stolz vorführte.

Nach dieser überraschenden Begegnung (die Welt ist doch ein Ochsenauge) und der überaus netten Unterhaltung mit Oma Margarete stiegen wir, nun auf dem richtigen Weg, hoch bis zum Übergang nach Rußbach. Nach einem ziemlich langen Abstieg erreichten wir gegen 18 Uhr unser Etappenziel und fanden angenehme Unterkunft beim Kirchenwirt.

Unsere Tagesleistung:

31 km bei 780 m im Aufstieg und 750 m im Abstieg was einen Kalorienverbrauch von 2.900 bzw. 2.400 kcal. bedeutet.

Bilder des Tages

 

Von Rußbach nach Bad Goisern

Donnerstag, 1. September

Kurz aber intensiv

Eine nicht allzu anstrengende Etappe vor Augen starteten wir um 9 Uhr in Rußbach und wanderten auf der alten Bundesstraße zum Pass Gschütt. Von dort gings auf einer Forststraße hinauf zur Iglmoosalm und auf dem Bibelsteig, vorbei an der Schartenalm zur Göiserer Hütte auf 1600 m. Ein ziemlich vernachlässigter Wandersteig führte uns hinab nach Hochmuth und schließlich kamen wir über asphaltierte Straßen nach Steinach und Bad Goisern. Während des Abstiegs richtete sich unser Blick aber eher gegen den Himmel als auf die Straße, da ein Gewitter drohte, das aber gottseidank nicht ausbrach.

In Bad Goisern war es nicht leicht eine Unterkunft zu finden; schlußendlich kamen wir aber gut im Hotel Lindwurm unter.

Unsere Tagesleistung:

21,4 km bei 830 m Aufstieg und 1150 m Abstieg bei einem Kalorienverbrauch von 2500 bzw. 1900 kcal.

Bilder des Tages:

 

Von Bad Goisern zum Grundlsee

Samstag, 3. September

Verzweifelte Quartiersuche

Damit hatten wir ncht gerechnet, als wir frohgemut eine „leichte“ Etappe von Bad Goisern über den Pötschenpass ins Ausseerland nach Bad Aussee und zum Grundlsee in Angriff nahmen: In Grundlsee und in weiter Umgebung war kein Nachtquartier zu finden. Tausende Fest- und Saufbegeisterte waren zum Altauseer Kirti gekommen und besetzten alle Unterkünfte bis hinunter nach Bad Mitterndorf.

Aber wir hatten das Glück, eine überaus freundliche und tatkräftige Vermittlerin im Infobüro von Grundlsee zu finden, die uns ein Nachtquartier im 25 km entfernten Tauplitz beschaffte. Zudem suchten auch Petra und Gerhard eine Unterkunft, sodass wir dankenswerterweise mit ihnen nach Tauplitz fahren konnten (dorthin zu wandern ging wohl nicht mehr) und dort von Frau Flammer herzlich begrüßt wurden.

Unsere Tagesleistung:

24,2 km bei 650 m Aufstieg und 430 m Abstieg in 7 1/2 Stunden (6 Std. Reine Gehzeit) mit2100 bzw. 1800 kcal Energieaufwand.

Bilder des Tages

 

Von Bad Mitterndorf nach Liezen


Sonntag, 4.  September

Erstens kommt es anders, zweitens als man denkt

Freundlicherweise nahmen uns Petra und Gerhard, unsere Leidensgenossen in Sachen Quartiersuche, in ihrem Militärauto mit bis nach Bad Mitterndorf, wo wir die 14. Etappe unserer Fernwanderung starteten. Durch Zauchen gings dann hinunter nach Krungl und weiter bis zur angeblich  weltweit größten Skiflugschanze am Kulm, die nicht nur wir, sondern auch in Bussen herangkarrte Touristen, bestaunten.

Dem Grimmingbach entlang gings hinunter und dann hinauf nach Pürg, einem entzückenden Bergdorf wie es im Bilderbuch steht. Kein anderer Ort auf unserer Tour konnte uns so begeistern. In die rauhe Wirklichkeit der Alltagsurbanistik wurden wir in Stainach zurückgeholt. In Wörschschach bogen wir ab in einen Fahrradweg nach Liezen, der sich schier endlos um landwirtschaftliche Kleinparzellen schlängelte. Ziemlich ermüdet erreichten wir gegen 18 Uhr Liezen, eine nicht besonders attraktive Bezirkshauptstadt und fanden imHotel Schnauderl Unterkunft.

Unser Tagesleistung:

33,3 km, 200 m Anstieg, 350 m Abstieg in 8 Stunden (7:20 reine Gehzeit) bei einer Energieleistung von 2400 bzw. 2100 kcal.

Bilder des Tages:

 

Von Liezen nach Admont

Montag, 5.September

Dem Regen fast entkommen

Nachdem alle Wetterprognosen für diesen Tag Regen vorhergesagt hatten, machten wir uns nach eher mittelmäßiger Nachtruhe im Hotel Schnauderl besorgt und mit Poncho umhangen auf den Weg. Aber es war nicht so schlimm wie erwartet: Der starke Regen blieb aus und die Wanderung (meist auf Fahrradwegen) duch Ardning nach Admont erwies sich als angenehm ohne besondere Vorkommnisse. Nach nicht einmal 5 Stunden Fußmarsch kamen wir in Admont an und chekten im Hotel Traube ein.

Usere Tagesleistung:

21,9 km, 150 m Aufstieg, 180 m Abstieg in 5 Stunden (4 3/4 Std. reine Gehzeit) bei 1600 bzw. 1400 kcal Energieverbrauch

Bilder des Tages

 

Von Admont nach Mooslandl

Dienstag, 6. September

Im Dauerregen

Gestern kamen wir mit dem Wetter noch einigermaßen zurecht. Heute aber schlug der Wettergott unbarmherzig zu: Der kräftige Dauerregen veranlasste uns, den Start zur 16. Etappe hinauszuzögern und schließlich den Großteil der Strecke durchs Gesäuse mit dem Bus zu absolvieren. In Hieflau suchten wir einen Unterstand in einer überdachten Eisschießanlage und blieben dort bis der Regen etwas nachließ. Die letzten 7 km gingen wir, in Ponchos gehüllt, hoch nach Mooslandl, wo wir beim Mooswirt angenehme Unterkunft fanden.

Unsere Tagesleistung war nicht besonders groß:

7 km in 1 1/2 Stunden bei 150 m Ansrieg und nicht nennenswertem Kalorienaufwand.

Bilder des Tages

 

Von Mooslandl nach Göstling an der Ybbs


Mittwoch, 7. September

Überraschende Einladung

Nach dem verregneten Vortag wieder schönes Wetter. Gegen 10 Uhr verließen wir den Mooswirt in Landl und wanderten, immer der Landstraße entlang, hinauf nach Palfau und weiter Richtung Lassing in Niederösterreich.

Kurz vor Lassing sprach uns eine freundliche Frau an, fragte wo wir herkommen und wohin wir wollten und lud uns zu unserer größten Überraschung zum Kaffee in ihr Wohnhaus ein.

Auf der Terasse verbrachten wir eine Plauderstunde mit Poldi und Alois, ihrem Mann und genossen Kaffee und köstlichen Blaubeerkuchen. Danke für die nette Einladung, liebe Poldi!

Weiter gings durch Lassing, einem reizenden Ort im Hochkargebiet und dann, teilweise der Ybbs entlang hinunter nach Göstling, unserem Etappenziel. Beim Kirchenwirt zum goldenen Hirschen fanden wir angenehmes Nachtquartier.

Auf der 28 km langen Strecke mit 500 m im Auf- und Abstieg verbrauchten wir 2200 bzw. 1900 kcal.

Bilder des Tages

 

Von Göstling nach Lackenhof

Donnerstag, 8. September

Keine besonderen Vorkommnisse

Um 10 Uhr starteten wir in Göstling und wanderten auf dem Radweg in Richtung Lunz. Vor Lunz führte uns ein Wanderweg hinauf zum Seekopfsattel, von wo aus wir auf einer Forststraße hinunter zum hinteren Ende des Lunzersees kamen. Auf dem Mariazeller Pilgerweg gings dann über den Durchlass nach Maierhöfen und schließlich auf einem sehr angenehmen Wanderweg hoch nach Lackenhof. Beim Kirchenwirt mit ungarischer Führung (wie mehrere Gastbetriebe in Lackenhof) fanden wir Unterkunft und Verpflegung.

Die Tagesleistung ist nicht sehr groß:

22,8 km bei 600 m im Aufstieg und 340 m im Abstieg. Verbrauch: 2200 bzw 1900 kcal

Bilder des Tages:

 

Von Lackenhof nach Mitterbach am Erlaufsee

Freitag, 9. September

Wunderbare Wanderung im Ötschergebiet

 

Die wohl schönste Etappe unserer Fernwanderung führte uns von Lackenhof, zuerst auf einer Forststraße dann auf einer sehr steilen Skipiste hoch zum Riffelsattel. Auf einem schattigen Wanderweg gings hinunter in Richtung Ötschergraben.

Überwältigt von der natürlichen Schönheit des Schleierfalls verpassten wir die Abzweigung in den Ötschergraben und drehten eine „Ehrenrunde“ von 4 km entlang des Greimlbaches.

Zurück zum Ötschergraben wanderten wir mit stetiger Bewunderung für dieses Schauspiel der Natur auf einem gut angelegten Felsenweg hinunter bis zum Ötscherhias mit seinem Ausschank im Felsen.

Der letze Etappenabschnitt war ein promenadenähnlicher Weg entlang des Erlaufstausees bis Mitterbach, wo wir in der Pension Kostanze Nachtquartier fanden.

Tagespensum:

22 km (Ehrenrunde eingeschlossen) mit 800 m im Auf- und Abstieg in ca. 7 Stunden. Energieaufwand: 2300 bzw. 2000 kcal

Bilder des Tages

 

Von Mitterbach nach Türnitz

Samstag, 10. September

Anstrengend, aber schön

 

Um 9 Uhr verließen wir den eher unattraktiven Ort Mitterbach und stiegen hoch nach Lurg und über einen Sattel hinunter zum Hubertussee im Walstertal. Hier trafen wir auf den Niederösterreichischen Wallfahrtsweg, über dem wir den sehr beschaulichen Weiler Ulreichsberg erreichten. Der letzte Abschnitt führte durch die wildromantische Falkenschlucht nach Türnitz, wo wir um 16.30 Uhr ankamen.

Tagesleistung:

31 km bei 635 m Anstieg und 950 m Abstieg, was einen Energieaufwand von 2300 bzw. 2000 kcal bedeutet.

Bilder des Tages

 

Von Türnitz nach Hainfeld

Sonntag, 11. September

Langer Marsch in der Ebene

Ein langer Wandertag stand uns bevor, als wir um 1/2 10 Uhr den „Goldenen Löwen“ (in Türnitz sind alle Gasthöfe „Goldene“) verließen. Auf der Mariazeller Bundestraße gings nach Lehenrotte dann ab Freiland auf dem Traisental-Radweg zum Bezikshauptort Lilienfeld und weiter nach Traisen. Wir waren dann unterwegs auf dem Gölsental-Radweg nach St. Veit, als wir auf eine Geburtstags- und Diplomfeier in einem Heustadel trafen, wo wir promt auch von der netten Feiergesellschaft zu einem Trunk eingeladen wurden. Der letzte Teil dieser Etappe von St. Veit bis Hainfeld war sehr ermüdend vor allem wegen der großen Hitze. In Hainfeld angekommen mussten wir enttäuscht feststellen, dass unser angepeilter Übernachtungsort, das Hotel Haginvelt wegen Ruhetag geschlossen war. Unser Glück war, dass unsere Kinder Stefanie und Michael mit Freund Matthias auf dem Weg (im Auto) zu uns waren und an der einzigen Übernachtungsmöglichkeit in der Gegend, dem Landgasthof zum Schüller ein Zimmer reservieren konnten; Matthias war so nett, uns in seinem PKW dorthin zu bringen. Am Abend nahmen wir beim Schüller zusammen mit Stefanie , Michael und Matthias ein sehr gutes Essen ein und labten uns am köstlichen Hainfelder Bier. Ein bekömmlicher Abschluss einer langwierigen Etappe.

Tagesleistung:

37 km, 270 m Aufstieg, 300 m Abstieg in 8 Stunden, 2700 bzw. 2400 kcal

Bilder des Tages

 

Von Hainfeld nach Mayerling

Montag, 12.September

Wanderung teils auf Pilgerwegen

Der erste und längste Teil dieser Etappe verlief auf der Bundesstraße oder abschnittsweise auf dem Fahrradweg längs der Triesting. Über den Gerichtsberg gings zum Dorf Kamberg und weiter nach Thenneberg und Altenmarkt an der Triesting. Vergebens suchten wir dort einen öffentlichen Brunnen um unsere Trinkwasserreserven aufzufrischen. Ab Altenmarkt wanderten wir auf der Via Sacra weiter zum Hafnerberg mit seiner wunderschönen  barocken Wallfahrtskirche.

Immer auf der Via Sacra gings weiter nach Nöstach und auf schattigen Waldwegen nach Holzschlag, Maria Raisenmarkt und schließlich auf Asphaltstraße nach Mayerling.

Tagesleistung:

28 km bei 500 m im Anstieg und 600 m im Abstieg in 6 1/2 Stunden mit einem Energieaufwand von 2300 bzw 1900 kcal

Bilder des Tages

 

Von Mayerling nach Gumpoldskirchen

Dienstag, 13. September

Eine Etappe mit Erholungseffekt

Gegen 10 Uhr verließen wir den Gasthof zum alten Jagdschloss und machten uns auf den Weg nach Heiligenkreuz mit seinem bekannten Zisterzienserstift. Wir staunten über die herrliche Baukunst und die bestens gepflegten Anlagen. Die Weiterwanderung nach Gaaden war etwas langweilig weil immer längs der Landstraße. Nach Gaaden führte uns ein schöner, schattiger Wanderweg hoch zu den „3 Eichen“ (allerdings steht nur noch eine von den dreien) und hinunter nach Gumpoldskirchen, wo wir gegen 16 Uhr eintrafen und uns im Hotel Post einquartierten.

Tagesleistung

18 km mit 430 m Anstieg und 520 m Abstieg in 5 1/2 Stunden, was einen Energieverbrauch von 2300 bzw. 2000 kcal bedeutet

Bilder des Tages

 

Von Gumpuldskirchen nach Wien

Mitwoch, 14. September

Endlich am Ziel

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Die letzte Etappe unserer Wanderung nach Wien führte uns im ersten Abschnitt (etwa 7 km) auf dem Wiener Wasserleitungsweg durch sehr ergiebige Weinberge; wir erlaubten uns, von den verschieden Rebsorten (Blaubburgunder, Zweigelt, Portugieser, Weissburgunder, Chardoney, Veltliner) einige Weinbeeren zu verkosten und stellten fest, dass es heuer wohl einen sehr guten Wein geben wird. Wesentlich mühsamer und auch viel länger war dann der Weg durch urbanes Gebiet: über 20 km wanderten wir, meist auf Gehsteigen durch Mödling, Maria Enzersdorf, Brunn am Gebirge, Pertoldsdorf und den allerletzten Abschnitt durch das Wiener Stadtgebiet. Nach der Mariahilferstraße, dem Opernring und der Kärntnerstraße erreichten wir den Stephansplatz gegen 1/2 5 Uhr und wurden von Tochter Stefanie, Sohn Michael mit Freund Matthias, meiner Schwester Elisabeth mit ihrem Mann Hugo empfangen.

Tagesleistung

27 km bei 100 m Anstieg und 150 m Abstieg) in 7 Stunden was eines Energieaufwandes von 2000 bzw. 1700 kcal bedurfte

Bilder des Tages